Döner und Phosphate

Döner

Das Europaparlament hat am 13. Dezember 2017 Phosphate in tiefgefrorenen Döner-Spießen erlaubt. Eine laufende Untersuchung der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) über mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen von Phosphaten bis Ende 2018 wollte das Europaparlament nicht abwarten. Fleischspieße werden nun in eine Liste von Lebensmitteln aufgenommen, für die phosphathaltige Zusätze erlaubt sind.

 

Natürliche Phosphate sind unverzichtbar für den Körper

Phosphate sind nicht grundsätzlich gefährlich, im Gegenteil. Die Salze und Ester der Phosphorsäure, die in vielen Lebensmitteln natürlich enthalten sind, sind gesund und sogar wichtig für den Körper und seine Funktionen. Besonders hohe Mengen an Phosphor enthalten eiweißreiche Produkte wie Fleisch, Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse, Obst und Gemüse.

Die Phosphat-Salze werden in Lebensmitteln als Stabilisatoren, Säureregulatoren, Rieselhilfsmittel, Dickungs-, Gelier- und Bindemittel, zur Konservierung sowie als Geschmackverstärker beigemischt. Sie sind vor allem in Fleisch- und Wurstwaren, Schmelzkäse, Streichfetten, verarbeiteten Kartoffelerzeugenissen, im Frühstücksmüsli aus dem Supermarkt, Backmischungen, Babybrei, Puddingpulver, normalem Backpulver oder Cola enthalten.

Phosphor ist neben Kalzium das häufigste Mineral in unserem Körper. Es spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel und dient als Baustein für Knochen und Zähne. Außerdem wird es für den Aufbau der Zellwände und zur Stabilisierung des ph-Wertes im Blut benötigt. Der Körper nimmt den Mineralstoff als Phosphat über die Nahrung auf und zwar genau soviel, wie er gebrauchen und verarbeiten kann. Der Rest wird bei Gesunden über die Niere ausgeschieden, so dass der Normbereich von 2,5 bis 4,5 mg Phosphat pro Deziliter Blut eingehalten wird.

So weit – So gut. Wie reagiert aber der Körper, wenn die Menge der tägliche Aufnahme von künstlichen Phosphaten die empfhohlene Menge weit überschreitet? Können die Nieren die überflüssigen Phosphate dann immer noch ausscheiden? Oder schaden sie der Gesundheit?

 

Das Problem: Die tägliche Überdosis

Die tägliche Aufnahme von künstlichen Phosphaten in Lebensmitteln hat sich laut dem deutschen Ärzteblatt vom Januar 2012 seit den 1990er Jahren von etwa fünfhundert Milligramm pro Tag auf tausend Milligram pro Tag gesteigert. Der Grund dafür sind der wachsende Konsum von Fastfood und Fertigprodukten. Die Phosphate verstecken sich auf den Verpackungen hinter Begriffen wie etwa Säureregulator oder sogenannten E-Nummern: E338 steht beispielsweise für Phosphorsäure. Oder sie werden überhaupt nicht erwähnt, falls sie Teil einer Zutat sind, wie zum Beispiel in dem Käse einer Tiefkühlpizza oder bei der Wurstherstellung. Die gesetzlich vorgegebenen Höchstwerte für künstliche Phosphate lassen sich bei der täglichen Nahrungsaufnahme folglich nicht kontrollieren.

Aktuelle Studien warnen, dass die Nieren bei einer ständig zu hohen Dosis von Phosphaten langfristig überfordert sind und die  überflüssigen Phosphate nicht wieder ausscheiden können. Dadurch entsteht eine zu hohe Konzentration der Phosphate im Blut, die für Menschen mit einer Nierenerkrankung lebensbedrohliche Folgen haben kann. Aktuelle Studien zeigen, dass bereits eine kleine Erhöhung des Phosphatgehalts sogar bei gesunden Körpern für erhebliche Schäden sorgen kann: Die Innenwände der Blutgefäße verändern sich und verkalken, sodas sich das Risiko für ein Herzversagen und einen Schlaganfall erhöht. Außerdem wird das Kalzium aus den Knochen gelöst, dadurch werden sie brüchig und das Osteoporose-Risiko steigt. Ein zu hoher Phosphat-Spiegel sorgt außerdem für Muskelabbau und lässt die Haut deutlich schneller altern. Keine Kur kann dauerhaft die gesundheitlichen Folgen einer falschen Ernährung beseitigen.

 

Gegenmaßnahmen

Die wichtigste Antwort auf Fertigprodukte & Co. ist die Zubereitung der Nahrung aus frischen Zutaten – selbst gemacht. Sie ist die beste Vorsorge gegen viele Erkrankungen. Dies gilt insbesondere für Dialyse-Patienten und Menschen mit anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel Osteoporose, aber auch für Gesunde. Der Berliner Nierenexperte Prof. Kuhlmann hat für Nieren-Patienten eine spezielle Diät entwickelt, das  Phosphat-Einheiten-Programm (PDF zum Herunterladen).

Ein Rezept des BR zum Nachkochen – ohne viel Phosphat. Es ist ganz einfach: Reispfanne mit Gemüse.

 

Dazu noch einige Einkaufs-Tipps, wie man im Supermarkt gesund einkaufen kann und die richtigen Lebensmittel auswählt, um die gesunde Ernährung zu unterstützen.

Der Urlaub in einem Kurhotel ersetzt die täglichen Bemühungen um eine gesunde Ernährung und Lebensweise nicht, kann sie aber maßgeblich unterstützen. In spezialisierten Kurhotels erhalten Sie ein für Sie individuell erstelltes Sportprogramm, einen Ernährungsplan mit Mahlzeiten, die reich an Kalzium sind, aber reduziert Phosphat enthalten.

  • Eine Ayurvedakur ist eine umfassende, wirksame Maßnahme zur Vorbeugung von Krankheiten, andererseits auch ein sehr gutes Heilsystem bei bereits vorhandenen Beschwerden.
  • Bei Nieren- & Harnwegserkrankungen eignen sich neben original Ayurvedakuren auch klassische Heil-& Thermalkuren bestens für eine Therapie.
  • Zur effektiven Behandlung bei Knochenerkrankungen, haben sich Kuren mit Radontherapie als besonders wirksam erwiesen. Das heilende Edelgas wird hierbei als Bade- oder Trinkkur in den Organismus gebracht und wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd – dieser Effekt kann monatelang anhalten.
    Fangopackungen und Moorbäder entfalten ihre positive Wirkung durch die freigesetzte Wärme, welche ebenfalls entzündungshemmend und schmerzlindern wirkt.

 

Döner ist einer der beliebtesten Snacks in Deutschland. Für manche Menschen ist er jedoch zum Hauptgericht geworden und für Menschen, die an Diabetes oder Osteoporose erkrankt sind, wegen der Phosphate sogar gefährlich. “Doch was sind Phosphate eigentlich? Und vor allem: Wem und wann können sie gefährlich werden?” (Bayerischer Rundfunk)

Titelfoto: LibbyandMarcelcom

 

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